Den Wandel feiern - 800 Jahre Transitus des Franz von Assisi

Vivere überregionales Treffen 17. bis 19. Juli 2026

Das diesjährige überregionale Vivere Treffen stand im Zeichen des 800 Jahre Jubiläums zum Transitus des Heiligen Franziskus. Das daraus abgeleitete Vivere-Motto lautete: „Den Wandel feiern“.

Die 33-köpfige Gruppe aus fünf Vivere-Regionen und Gästen des OFS, OFM und aus Sießen war diesmal Gast im Eichsfeld, im schönen Heilbad Heiligenstadt, im Marcel Callo Haus, einer Einrichtung des Bistums Erfurt.

Das diesjährige überregionale Vivere Treffen stand im Zeichen des 800 Jahre Jubiläums zum Transitus des Heiligen Franziskus. Das daraus abgeleitete Vivere-Motto lautete: „Den Wandel feiern“.

Die 33-köpfige Gruppe aus fünf Vivere-Regionen und Gästen des OFS, OFM und aus Sießen war diesmal Gast im Eichsfeld, im schönen Heilbad Heiligenstadt, im Marcel Callo Haus, einer Einrichtung des Bistums Erfurt.

Nach dem Eintreffen führte eine feierliche Vesper in das Thema ein. Der Transitus des heiligen Franziskus kam darin als Erzählung vor. Damit war der Inhalt für das Wochenende gesetzt.

In einem ersten inhaltlichen Workshop wurden noch am selben Abend ins Programm eingestiegen mit der Frage, wo gibt es bei mir Wandlungsprozesse, wo habe ich solche schon erlebt, was habe ich dabei gespürt? Und diese Gefühle wurden festgehalten. Daraus ergab sich eine Gefühlslandkarte, die gleichermaßen Gefühle wie Vorfreude auf den Neuanfang, Neugierde und Aufbruchstimmung beinhaltete, aber auch Angst, Ohnmacht, Abschiedsschmerz und Trauer, sowie auch unklare Gefühle, wie Unsicherheit, Zweifel, Sehnsucht.
Nach diesen Denkanstößen zur persönlichen Situation im Wandel ging der Abend in einen persönlichen Austausch über. Schließlich landeten alle Teilnehmenden bei schönem sommerlichen Abendwetter bei einem Umtrunk auf der Terrasse. Eine Complet beendete das fröhliche Wiedersehen des ersten Tages.

Der zweite Tag startete mit einer einstimmenden Laudes, die direkt zur Vertiefung des Themas Wandel in ein World Café mündete.
Drei Gruppen widmeten sich an ihren Tischen den Fragen, wozu bisherige Übergangprozesse geführt haben, gab es bereits Erlösungs-Erfahrungen? Wie könnte das eigene Hinübergehen gestaltet oder gefeiert werden? Wo ist es vielleicht gut, Abschied und Schmerz zu durchleben, um mein Leben zu verwandeln?

Nach den sehr intensiven Erfahrungsberichten und austauschen begann ein Erlebnis der anderen Art: Alle Teilnehmenden wurden Zeugen eines Wunders: In einem lebendigen Bibliolog erlebten sie die Auferweckung des toten Lazarus. Es wurde deutlich, dass es einerseits sehr nachvollziehbar ist, sich die Toten wieder lebendig zu wünschen, dies aber ein ungeheures Geschehen ist, wenn es dann wirklich passiert!
Pünktlich um 12:00 Uhr betete die Vivere Gemeinschaft wie jeden Samstag das Gebet für unsere Erde aus der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus, in geistiger Verbundenheit mit den nicht-anwesenden Geschwistern, der Franziskaner Familie.

Der Nachmittag begann mit einer Qi Gong Übung draußen im Freien. Die Verbindung zwischen Himmel und Erde, die Wandlung von Werden und Vergehen, wurde in der Übung „Atemblume“ nachvollzogen.
Die daran anschließende Pilgerwanderung führte zu etlichen Stationen in Heiligenstadt und hatte als Ziel die Einrichtung der Salesianer in der Villa Lampe. Dort findet in einer offenen Jugendeinrichtung Unterstützung und geistliche Begleitung von Jugendlichen statt.
Der nächste Workshop führte schließlich in die Weiten des Alls, wo Leben und Sterben in der Raumzeit vorgestellt wurde. Die Teilnehmenden durften kosmische Längen- und Zeiteinheiten schätzen, und wurden in einer schönen Präsentation Zeugen von Prozessen in ganz anderen Dimensionen: Vom Sternenstaub zur Galaxie, von der Geburtsstation bis zur Leichenhalle der Sterne. Dies bot noch mal eine ganz andere Perspektive auf Wandlungsprozess in der Schöpfung.

Zurück auf der Erde führte den Workshop Ars moriendi in die Kunst des Sterbens ein, die sich letztlich als die Kunst des guten Lebens entpuppte, dass sich getragen fühlt. In Murmelgruppen kamen die Teilnehmenden auf die Spur von Lebenshaltungen und -Erfahrungen, die auf ein leichteres Sterben vorbereiten. Augenfällig wurde das Begräbnis-Zeremonielle des letzten Habsburger-Kaisers vorgestellt, dessen überwältigende Anzahl von Titeln und Funktionen ihm den Übergang in seine letzte Ruhestätte nicht ermöglicht haben, sondern allein das Bekenntnis, ein sündiger Mensch zu sein.

Da die ganze Gruppe am Samstagnachmittag vom bayerischen Fernsehen begleitet wurde, gab es auch noch interessante Einsichten in die Arbeit eines Journalisten und seines Kamerateams, die für eine größere Franziskus-Dokumentation einen Vivere Beitrag einholten. Man darf gespannt sein, wie sich das im fertigen Film wiederfindet.

Nach der Vesper ging es in den bunten Abend, in dem Kerzen und Schmetterlinge gestaltet wurden, als Zeichen der Wandlung und Metamorphose. Mit Spielen und Singen endete der Abend fröhlich und ausgelassen.

Der Sonntagmorgen begann mit einer kreativen Einheit, bei der Vivere seine Seite im Buch der Gebetskette gestaltete. Dieses Buch, das über 40 Stationen in der Franziskanischen Familie durchläuft, wird zum Abschluss des 800 Jahre Jubiläumsreigens am 17. Oktober 2026 in Frankfurt an Bischof Bätzing übergeben.

Den feierlichen Abschluss dieses sehr lebendigen Wochenendes bildete eine Heilige Messe. Im Gleichnis vom Sämann, dem der Widersacher Unkraut ins Feld streut, wurde deutlich, dass wir uns als den Acker betrachten dürfen, auf dem die gute Saat wächst und manchmal auch das Unkraut. Das Unkraut wird vor der Ernte weggenommen und verbrannt, es ist an uns dafür zu sorgen, dass in unserem Leben genügend gute Saat in uns wachsen kann.
Der Friedensgruß während der Messe war so herzlich und ausgedehnt, er illustrierte in perfekter Weise die tiefe spirituelle Verbundenheit und den herzlichen Umgang aller Beteiligten miteinander an diesem Vivere Jahrestreffen. Mit Fug und Recht kann man sagen, dass im Geiste des Transitus des heiligen Franziskus der Wandel nach allen Regeln der Kunst gefeiert wurde. Und dazu konnten praktisch alle teilnehmenden, ihre eigenen Talente einbringen und diese Feier mitgestalten.

So freuen sich schon alle auf das Treffen im nächsten Jahr, was vom 11. bis 13. Juni 2027 in Vallendar stattfinden wird.