Vivere-Straßenexerzitien 2021

Die vertraute Stadt neu entdecken

Vivere-Straßenexerzitien 2021

Wie erkennt man eigentlich, wer zum sogenannten Rand der Gesellschaft gehört? Wo findet man das Wort Gottes in der Stadt? Und warum ist für uns die Schöpfung eine immerwährende Kraftquelle?

Diesen und vielen anderen Fragen gingen die fünf Teilnehmenden der ersten Vivere-Straßenexerzitien nach. In gut aufeinander aufbauenden spirituellen Impulsen erhielten alle ihr Rüstzeug für den Tag und dann hieß es: Raus auf die Straße!
Mit wachsamer Neugier oder auch einfach absichtslos verbrachten wir Zeit an unüblichen Plätzen. Dabei erlebten wir so einige Überraschungen und wurden auch kreativ. So fanden wir heraus, dass im öffentlichen Raum das Wort Gottes quasi gar nicht mehr anzutreffen ist. Am nächsten Tag bei der Übung „Das Wort Gottes in die Stadt bringen“ wurde dann mit erbettelter Kreide das Wort auf der Straße platziert und von den Umstehenden neugierig beäugt.
Auch im Gespräch mit Menschen auf der Straße stellte sich heraus, dass es großes Interesse an spirituellen Gesprächen gibt und sich schnell weitere Zuhörer und Diskutanden finden lassen. Den Tag in der Schöpfung empfanden alle als besonders bereichernd und erlebten die Schöpfung als „erste Offenbarung Gottes“.

Das digitale Format dieser Veranstaltung ließ den einen oder die andere ihre jeweils eigene Stadt mal von einer anderen Seite kennen und erweiterte den Blick für die anderen Menschen, mit denen sie die Stadt teilen. Dieses Neuland will weiter erobert werden, hinter diese Entdeckungen kann niemand mehr zurück.

Ein wunderbarer Nebeneffekt war auch, dass sich die teilnehmenden Vivere-Geschwister auf diese Weise eine Woche lang intensiv austauschten und dabei nicht nur von Ideen und Erfahrungen der anderen profitierten, sondern auch ihre Kontakte intensivierten.

Der Abschlussgottesdienst war ein munterer Mix aus Beiträgen aller Beteiligten und der Abschied fiel fröhlich und beschwingt aus, als wären wir tatsächlich eine Woche gemeinsam auf einer Entdeckungsreise gewesen.

„Gebetwoche für die Einheit der Christen“ 2021

„Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen“ (Joh 15,5-9)

Gebetwoche für die Einheit der Christen“2021

Unter diesem Motto findet vom 18.-25. Januar 2021 „Gebetwoche für die Einheit der Christen“ statt. Die Gebetswoche ist eine internationale christlich-ökumenische kirchliche Feier. Ihre Ursprünge liegen mehr als 100 Jahre zurück. Seit 1966 wird die Gebetsoktave vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und dem ÖRK durch seine Kommission für Glauben und Kirchenverfassung gemeinsam beauftragt und vorbereitet.

„Die Ökumene lebt davon, dass wir Gottes Wort gemeinsam hören und den Heiligen Geist in uns und durch uns wirken lassen. Kraft der dadurch empfangenen Gnade gibt es heute vielfältige Bestrebungen, durch Gebete und Gottesdienste die geistliche Gemeinschaft zwischen den Kirchen zu vertiefen und für die sichtbare Einheit der Kirche Christi zu beten.“ Charta Oecumenica, Leitlinie 5

Die diesjährigen Materialien (Gebete, Meditationen, biblische Texte, Gottesdienste) sind inspiriert vom kontemplativen Gemeinschaftsleben der Schwestern von Grandchamp in der Schweiz., einer Gemeinschaft von etwa 50 Schwestern aus verschiedenen Kirchen und Ländern, die sich schon seit vielen Jahrzehnten in der Ökumene engagiert. Sie wollen eine Anleitung sein zu einer Gebetsreise, die die Früchte der Versöhnung und der Solidarität trägt.

Liebe Vivere-Geschwister: lasst in dieser Woche den franziskanischen Gedanken der Geschwisterlichkeit aller Menschen über alle konfessionellen Grenzen hinweg lebendig werden und …

Die täglichen Gebete und Meditationen findet ihr im Internet unter https://www.oekumene-ack.de/themen/geistliche-oekumene/gebetswoche/2021/.

Wer noch eine Plakatreihe für die 8 Tage mit jeweils einem Bild und einem Gebet haben möchte, die er zuhause, am Arbeitsplatz, in der Kirchengemeinde, … aufhängen oder verschenken will, melde sich bei joachim001schick@gmail.com.

Kultur der Achtsamkeit

Die Kultur der Achtsamkeit als Weg zum Frieden - franziskanisch wie immer

Kultur der Achtsamkeit

In seiner diesjährigen Botschaft zur Feier des Weltfriedenstages am 1. Januar 2021 schrieb Papst Franziskus in der Einleitung:

„Es ist bedauerlich, feststellen zu müssen, dass neben zahlreichen Zeugnissen der Nächstenliebe und Solidarität verschiedene Formen von Nationalismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit wie auch Tod und Zerstörung bringende Kriege und Konflikte leider neuen Schwung gewinnen.
Diese und andere Ereignisse, die den Weg der Menschheit im vergangenen Jahr geprägt haben, lehren uns, wie wichtig es ist, füreinander und für die Schöpfung Sorge zu tragen, um eine Gesellschaft aufzubauen, die auf Beziehungen der Geschwisterlichkeit beruht.
Deshalb habe ich als Thema dieser Botschaft Die Kultur der Achtsamkeit als Weg zum Frieden gewählt. Es geht um eine Kultur der Achtsamkeit, um die heute oft vorherrschende Kultur der Gleichgültigkeit, des Wegwerfens und der Konfrontation auszumerzen.“

Im Weiteren entfaltet er dann diese Kultur der Achtsamkeit, um die heute oft vorherrschende Kultur der Gleichgültigkeit, des Wegwerfens und der Konfrontation auszumerzen. …
Er beschreibt die biblischen und kirchlichen Wurzeln der Achtsamkeit und nennt explizit als deren ‚Kompass‘ und ‚Grammatik‘ die Sozial-prinzipien der katholischen Kirche, die sowohl die Würde jedes einzelnen schützen wie zu Verantwortung füreinander und für das Wohl aller sowie zur Bewahrung der Schöpfung ermutigen. Dazu sollen auf ver-schiedenen Ebenen und von unterschiedlichen Verantwortlichen (dazu gehören auch die Religionen) alle erzogen werden. Der Papst beendet seine Botschaft mit dem Appell, der uns dieses Jahr lang begleiten kann:
„Geben wir nicht der Versuchung nach, den anderen, insbesondere den Schwächsten gegenüber, gleich-gültig zu sein; gewöhnen wir uns nicht daran, den Blick abzuwenden, sondern setzen wir uns jeden Tag konkret dafür ein, »eine Gemeinschaft zu bilden, die aus Geschwistern zusammengesetzt ist, die einander annehmen und füreinander sorgen.“

Eine Zusammenfassung dieser Friedensbotschaft, die das vivere-Mitglied Joachim Schick (Regionalgruppe Rheinland) zusammengestellt hat, finden Sie hier. Sie möchte alle Lesenden ermutigen, sich mit dieser Botschaft, ihrem „Kompass der Achtsamkeit“ und ihren Friedensappellen theoretisch und vor allem praktisch zu beschäftigen. Über eine Rückmeldung zum Wort des Papstes und noch mehr zu eigenen Aktionen würde sich der Verfasser sehr freuen. (joachim001schick@gmail.com)

Gebet zum Schöpfer
Herr und Vater der Menschheit,
du hast alle Menschen mit gleicher Würde erschaffen.
Gieße den Geist der Geschwisterlichkeit in unsere Herzen ein.
Wecke in uns den Wunsch nach einer neuen Art der Begegnung,
nach Dialog, Gerechtigkeit und Frieden.
Sporne uns an, allerorts bessere Gesellschaften aufzubauen
und eine menschenwürdigere Welt ohne Hunger und Armut, ohne Gewalt und Krieg.
Gib, dass unser Herz sich allen Völkern und Nationen der Erde öffne,
damit wir das Gute und Schöne erkennen, das du in sie eingesät hast,
damit wir engere Beziehungen knüpfen
vereint in der Hoffnung und in gemeinsamen Zielen. Amen.
(Papst Franziskus, fratelli tutti)

Präsentation als PDF- Datei: Eine Kultur der Achtsamkeit

Vivere - Exerzitien in Bonn

Vivere in Bewegung - ein Werkstatttag der Vivere-Gruppe Rheinland

Exerzitien Bonn 2020

Nach einer längeren Phase mit fast nur digitaler Kommunikation (via Telefon, Mails, Austausch von geistlichen Impulsen und Videokonferenzen, die zwar wichtig und lebendig waren, aber nicht die reale Begegnung ersetzen konnten) nutzte die Gruppe die erste Gelegenheit, sich real zu treffen, um miteinander in einen lebendigen Austausch zu kommen und über franziskanische Einstellungen und Haltungen nachzudenken. Geplant war dieser Werkstatttag schon seit längerem mit zwei Zielen:, wir wollten darüber nachdenken, wie jede/r von uns und wie wir als vivere-Gruppe unseren Glauben im Alltag noch intensiver leben können und welches Charisma unsere Gruppe hat, und wir wollten neben den eher kopflastigen Aktivitäten (Bibelteilen und Gespräche) in die Natur, die Schöpfung Gottes hinausgehen.

So trafen sich am Samstag, dem 9. Mai 2020 acht Mitglieder unserer Gruppe, um bald schon jeweils zu zweit zu einem Spaziergang aufzubrechen. Jede/r hatte sich zuvor 2 franziskanische Haltungen (Anhang 1) ausgesucht, die ihm besonders wichtig sind und über die er sich mit anderen austauschen. („vivere bewegt - sich“).
Nach zwei Stunden trafen wir uns wieder in einer Kirche und berichteten über unsere Erlebnisse und Erkenntnisse zu immerhin 15 franziskanischen Haltungen („vivere belebt“).
Den Abschluss des Treffens bildete das Bibelteilen zum Sonntag-Evangelium: Jesu Abschiedsworte an die Jünger sind im doppelten Wortsinn eine ZuMUTung an uns und alle, die Jesus, dem Weg, der Wahrheit und dem Leben nachfolgen und die das Leben im Geiste Jesu mit anderen Menschen teilen wollen. (Vivere – aus dem Glauben leben“)
Selbstverständlich blieben angesichts der aktuellen corona-Krise die Gespräche über die franziskanischen Haltungen und den Bibeltext nicht abstrakt-theoretisch, sondern alle Gespräch sensibilisierten uns noch mehr für die Not der Menschen, die in unserer Umgebung seelisch, sozial, wirtschaftlich und materiell von den Folgen der Krise (existentiell) bedroht sind. Zugleich stand die ganze Zeit über die Frage im Raum, welche (franziskanischen) Werte und Lebenseinstellungen in und nach der Krise über lebens-not-wendig sind und gepflegt und wieder stärker ins Bewusstsein gerufen werden sollten.

Unser Fazit: sich Auszeiten nehmen, um über den eigenen Glauben und das eigene Handeln nachzudenken, sich gegenseitig zu ermutigen und vom Wort Gottes ermutigen zu lassen und so miteinander Glauben und Leben teilen, ist für uns ein wesentliches Element von vivere. Übrigens ist der Name „vivere“ von genau der biblischen Textstelle Johannes 14 abgeleitet. Wir können solche Auszeiten und Exerzitien nur empfehlen. Wenn diese real (und nicht nur digital) stattfinden, ist es natürlich besser. Aber auch digitale Formen können uns im Geist verbinden und unser con-vivere (= zusammen leben und zusammen Leben teilen) stärken: wie wäre es mit gemeinsamen Gebetszeiten (z.B. samstags um 12:00 h das Gebet von Papst Franziskus aus der Enzyklika ‚laudato si‘) oder Auszeiten zu festen Zeiten im Verlauf eines Tages oder gemeinsame spirituelle Übungen, die jede für sich zuhause machen kann, oder eine gemeinsame franziskanisch inspirierte Pfingst-Novene oder …

Wer mehr wissen möchte, melde sich bei joachim001schick@gmail.com. Die Materialien im Anhang dürfen selbstverständlich verwendet werden. Übe eine Rückmeldung zum Projekt „7x7 sabbat“ würde ich persönlich mich sehr freuen.

Joachim Schick
für die vivere-Gruppe Rheinland

PDF- Dateien zum Download:

Franziskanische Einkehrtage in der Fastenzeit

Franziskanische Einkehrtage in der Fastenzeit im Adam von Trott Haus Imshausen vom 10. bis 16. März 2019

Imshausen 2019

Auch in diesem Jahr hatten franziskanisch Interessierte die Möglichkeit eine Woche ihre Spiritualität zu vertiefen. Es haben sich 10 Personen aus den verschiedenen vivere-Gruppen Deutschlands und Interessierte getroffen.

Imshausen 2019

Br. Johannes vom Hülfensberg und Br. Florian aus Fulda haben sich die Leitung der Einkehrtage geteilt. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit zum gemeinsamen Gebet, an täglichen Impulsen, an Schweigezeiten und am täglichen Gottesdienst teilzunehmen.

Bei den Impulsen hörten wir vom Leben und Wirken des hl. Franziskus, sowie den geistlichen Ideen dieses in den Alltag zu bringen. So machten wir auch die Erfahrung von Straßenexerzitien in Bad Hersfeld, die jeder der Teilnehmer in einer besonderen Form erleben durfte. Wir sind nach den Regeln des hl. Franziskus allein oder zu zweit gegangen. Später trafen wir uns in der Stadtkirche zum Bibelteilen wieder. Die Vielfalt der Gegenwart Gottes in unserem Alltag wurde uns ganz anders bewusst und jeder hatte seine Erfahrung in der kurzen Aussendungszeit.

Geistliche Einzelgespräche und der Austausch in den Gesprächsrunden waren für alle wichtige Punkte.

Imshausen 2019

Da einige ihre Musikinstrumente mit hatten, konnten die Gottesdienste sehr feierlich gestaltet werden. So brachte sich auch jeder nach seinen Fähigkeiten im täglichen Ablauf bei den erforderlichen Arbeiten ein. Es war ein sehr harmonisches und spirituelles Miteinander, ein Erlebnis, dass unseren Blick auf das kommende Osterfest und die Fastenzeit etwas vertiefen konnte.

Text: Karola Siegmund (Regionalgruppe Hülfensberg)

Vivere on Tour – in Wiedenbrück

Am 21. April 2018 war es wieder so weit. Etliche Klöster öffneten an diesem Tag ihre Pforten und boten Einblicke, die üblicherweise ausschließlich Ordensmitgliedern vorbehalten sind. So lud auch das Franziskanerkloster Wiedenbrück Interessierte ein, ein wenig ins Klosterleben einzutauchen.

Vortrag Wiedenbrück 2018 Vortrag Wiedenbrück 2018

Ein solches Angebot macht natürlich neugierig und so kam es, dass an diesem Tag eine Vielzahl von Menschen in den Klostergarten strömte. Teilweise wurden sogar große Anfahrtswege in Kauf genommen, hatte man so doch endlich einmal die Gelegenheit, ganz konkrete Fragen direkt von einem Franziskanerbruder beantwortet zu bekommen.

Vortrag Wiedenbrück 2018

Und das tat Bruder Korbinian, der Guardian des Klosters Wiedenbrück, unermüdlich. Er zeigte sein Kloster, erklärte die Historie, berichtete Wissenswertes aus dem Klosterleben: Das Publikum hing an seinen Lippen. Um den Gästen einen kurzweiligen Tag zu gestalten, hatte Bruder Korbinian ein interessantes und vielseitiges Programm ausgearbeitet. Kloster- und Sakristei-Führungen wurden hier ebenso angeboten wie auch Klangschalenmeditationen und QiGong-Mitmachaktionen im Garten.

In diesem Rahmen bot sich zudem die Gelegenheit, dem interessierten Publikum die Bewegung Vivere vorzustellen. Dies geschah in mehreren anregenden Vorträgen, die Dieter Bruns aus der Vivere-Regionalgruppe Ohrbeck zu verschiedenen Zeiten des Tages den Gästen präsentierte.

Neugier und Interesse waren groß und so ergaben sich im Anschluss regelmäßig spannende Diskussionen. Insbesondere das Interesse an der franziskanischen Spiritualität, aber auch der Austausch unter Gleichgesinnten war es, der die interessierten Menschen in den Bann zog. Adressen wurden ausgetauscht, um Einladungen für künftige Vivere-Treffen zu erhalten.

Für Vivere war dieser Tag, zu dem Bruder Korbinian einlud, ein wertvoller Tag.

Vortrag Wiedenbrück 2018

Beendet wurde er bei schönstem Wetter mit einem Freiluft-Gottesdienst im Garten. Auch hier war, wie schon während des ganzen Tages spürbar, der Geist des Herrn mit dabei.

07.05.2018 Andrea Bruns, Vivere Regionalgruppe Ohrbeck

Kurzbericht vom Begegnungstreffen im Franziskanerkloster Großkrotzenburg

Plakat

Vom 21.–23. April 2017 trafen sich 16 franziskanisch bewegte Menschen im Kloster Kreuzburg in Großkrotzenburg um Vivere kennenzulernen.

Die Teilnehmenden kamen überwiegend aus dem Rhein-Main-Gebiet und drum herum (zwischen Hamburg und Heidelberg). Wir wurden von den Brüdern herzlich im Kloster aufgenommen und aufs Beste versorgt.

Nach geistlicher und körperlicher Stärkung (Vesper und Abendessen) widmeten wir den Freitag Abend dem gegenseitigen Kennenlernen und den Fragen nach Motivation und Erwartungen für das Wochenende. Spannend war z.B. die Frage, welchem der vier im Sonnengesang beschriebenen Elementen (Wind, Wasser, Feuer, Erde) man sich charakterlich nahe fühlt. Der Abend endete mit einem fröhlichen Abschluss im „Pferdestall“.

Am Samstag wurde intensiv gearbeitet. Direkt nach Morgenlob und Frühstück ging es in Gruppen, die sich mit dem franziskanischen Leben in den drei Dimensionen Welterfahrung, Gottsuche und Gemeinschaftsleben befassten. Es wurden fleißig Poster mit den Kernpunkten erstellt, die im Plenum vorgestellt wurden, bevor man in die wohlverdiente Mittagspause ging. Da sich das Wetter etwas gebessert hatte, konnten wir einen Frühlingsspaziergang machen. Das Kloster liegt direkt am Wald.

Grosskrotzenburg Gruppenbild

Nach der Kaffeerunde mit leckeren Kuchen(Donauwellen – den Brüdern sei Dank!) wurden Informationen über Vivere angeboten: Wie ist Vivere entstanden? Was ist bisher geschehen? Die Ergebnisse des letzten überregionalen Jahrestreffens – Leitbild und Strukturskizze – wurden vorgestellt und erläutert. Danach gab es in Gruppen die Gelegenheit die Gedanken zum Leitbild zu vertiefen und mit den am Vormittag erarbeiteten Kernpunkten franziskanischer Spiritualität abzugleichen. Dabei wurden in den Gruppen ganz unterschiedliche Fragen diskutiert. Teils ging es mehr um die franziskanische Spiritualität, teils um Strukturfragen und die Verortung von Vivere im bunten Flickenteppich der franziskanischen Familie.

Mit rauchenden Köpfen gingen wir in die Vesper. Arbeit nach dem Abendessen war nicht mehr vorgesehen. Wir hatten genug Gesprächsstoff für den „Pferdestall“.
Am Sonntag wurde das Wochenende abgerundet mit einem Rückblick auf die Ergebnisse des Vortags, einer Auswertungsrunde und der Verabredung für ein weiteres Treffen, dass am 10. Juni im Meditationszentrum Heilig Kreuz in Frankfurt stattfinden wird.

Grosskrotzenburg Meditativ

Wir beendeten das Wochenende mit der gemeinsamen spirituellen Erfahrung eines Gottesdienstes mit Bibelteilen. Nach einem letzten guten Mittagessen verabschiedeten wir uns von den Brüdern und brachen auf – mit Bedauern, dass das schöne Wochenende schon vorbei war, und der Hoffnung, dass es nicht das letzte war.

Altenpflege auf Franziskanisch

Br. Johannes berichtet über seinen Besuch in der Pflegewohngemeinschaft von Heike Bringmann

Schon längst bevor sich Heike der franziskanischen Gemeinschaft Vivere anschloss, setzte sie franziskanische Ideen in Ihrem beruflichen Leben als Altenpflegerin um.
Nach langjähriger Erfahrung in der stationären und häuslichen Pflege, machte sie sich selbständig, um ihre eigenen Wertvorstellungen in der Pflege umsetzen zu können. Neben einem häuslichen Pflegedienst gründete sie noch zwei Pflegewohngemeinschaften. In den beiden Häusern leben 9 bzw. 10 Bewohner in ihren eigenen Zimmern. Ihr liegt es in diesen Einrichtungen am Herzen, die individuellen Bedürfnisse der älteren Menschen wahrzunehmen und darauf einzugehen. Aus ihrer Erfahrung heraus hat sie festgestellt, dass es außer der häuslichen Pflege und der Pflege im Heim noch eine weitere Alternative geben muss. So entstand die Idee, eine Altenwohngemeinschaft zu gründen. Ein ganz wichtiger Beweggrund zur Einrichtung der Gemeinschaften war auch, dass es den Menschen „aus dem Dorf“ so möglich ist, in ihrem Dorf zu bleiben. Die sozialen Verbindungen bleiben bestehen und jetzt kommt „das Dorf“ ins Haus.

Seniorenwohngemeinschaft

Die Begrenzung auf 10 Plätze schafft eine familienfreundliche Atmosphäre und lässt zu, dass sich auch die Bewohner mit ihren Fähigkeiten einbringen können. Küche und Aufenthaltsraum sind offen miteinander verbunden. Außer dass alle so im alltäglichen Geschehen nahe beieinander sind, kommen noch die wunderbaren, vertrauten Küchengerüche hinzu und wer möchte kann mitkochen, backen oder Ratschläge geben.
Großen Wert legt Heike auf die Schulung der MitarbeiterInnen. Wer bei Ihr angestellt wird, muss die individuelle Pflege wollen und das Leitbild des Hauses unterstützen. Die Betreuung rund um die Uhr wird durch Fach -und „Präsenzkräfte“ gewährleistet. Das Fachpersonal wird bei Bedarf durch Pflegekräfte aus dem ambulanten Pflegedienst verstärkt.

Mir zeigte der Besuch, dass es doch eine Alternative zu herkömmlichen Altenheimen gibt, und Franziskus an diesem familiären Miteinander seine Freude hätte. Im nächsten Jahr wollen wir mit der Vivere-Gemeinschaft dort einen Tag mit den Bewohnern gemeinsam gestalten.
Br. Johannes Küpper ofm, Franziskaner vom Hülfensberg

Weitere Informationen zur Wohngemeinschaft „Zum Linderfeld“: http://www.haus-zumlinderfeld.de/
Informationen zum ambulanten Pflegedienst von Heike Bringmann gibt es bei: www.pflege-zu-hause.org