Eichsfeld. Im November 2018 rief die Vivere-Bewegung vom Hülfensberg zu der Spendenaktion „Bring Licht nach Aleppo“ auf. Jetzt beendeten die Mitglieder ihre Aktion mit einem Abschlussgottesdienst auf dem Hülfensberg. Nach der Messfeier wurden die Päckchen geöffnet und das gesammelte Geld gezählt. „Vivere“ (lateinisch: „leben“) ist eine franziskanisch inspirierte Bewegung, die der franziskanischen Ordensfamilie partnerschaftlich verbunden ist.
Bereits im November waren fleißig die Spendenboxen und kleinen Päckchen gebastelt und dann in Buchhandlungen, zu Konzerten und in Unternehmen verteilt und aufgestellt worden. In diesem Jahr hatten sich die Mitglieder auf besondere Weise auf den Weg gemacht, um die Spenden zu sammeln. Nämlich jeder auf seine Art und nach seinen Möglichkeiten.
Spendenboxen seit November verteilt
„Die Vielfältigkeit und die Ideen, auf welche Weise die Spenden gesammelt wurden, haben uns sehr beeindruckt“, sagt Bernadett Hellwig. So wurde zum Beispiel bei den Rentnerweihnachtsfeiern der Bildungsstätte Uder die Hälfte aller Spenden für hilfsbedürftige Menschen in der kriegszerstörten syrischen Stadt abgegeben. In einer Arztpraxis wurde die Box auf den Empfangstresen gestellt, und die Mitarbeiter sprachen aktiv mit den Patienten.
Einige der Vivere-Mitglieder haben einen Vormittag lang in einer Bäckerei mitsamt der Spendenbox das Projekt vorgestellt und die Kunden zum Spenden animiert. Und im Dingelstädter Familienzentrum „Kerbscher Berg“ wurden Weihnachtssterne gebastelt und für den guten Zweck verkauft.
Zwei junge Künstler spielten in Leipzig und spendeten ihre Gagen. Auch in mehreren Kindergärten wurden die Spendenboxen aufgestellt. Ein Kindergarten nahm die Aktion zum Anlass, um eine Projektwoche mit den Kindern zu starten. Die Mädchen und Jungen verkauften Walnüsse und sammelten damit für die Projekte in Aleppo. Pfarrer Franz Konradi aus Uder hatte ebenfalls eine besondere Idee: Er gestaltete mit den Kindergartenkindern einen „umgekehrten“ Adventskalender. In jedes Adventstürchen wurde etwas hineingelegt und nicht herausgenommen. Der gesamte Erlös wurde gespendet. „Mit diesen Aktionen wurden auch den Kindern gezeigt, wie wichtig es ist, hilfsbedürftigen Kindern etwas abzugeben“, betont Bernadett Hellwig. Auch in einem Yogazentrum spendeten die Teilnehmer in die Spendenbox.
Die Bewegung um Bernadett und Thomas Hellwig aus Niederorschel hatte die Aktion bereits vor drei Jahren ins Leben gerufen. Diesmal sollen die Spenden gleich zwei Projekten zugute kommen. Zum einen sind sie für ein Trauma-Zentrum in Aleppo, welches von zwei Franziskanerbrüdern vor Ort betreut wird. In diesem werden vom Krieg traumatisierte Kinder therapiert und betreut.
Zum anderen werden die Spenden in ein Projekt der Franziskanerbrüder investiert, welches sich unter anderem um alleinstehende, verwitwete oder verlassene Frauen kümmert. Die Frauen, die wegen des Krieges alleinerziehend wurden oder Kinder geboren haben, die nicht registriert wurden, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden, sollen wieder in ein menschenwürdiges Leben zurückgeführt werden.
Mitte des Monats sammelten die Vivere-Mitglieder die verteilten Spendenboxen wieder ein und brachten sie zum Abschlussgottesdienst mit. Das Ergebnis der Spendenaktion freute die Mitglieder sehr. Ein Erlös von 8688,82 Euro wurde erreicht und geht jetzt direkt nach Aleppo. Bernadett Hellwig bedankte sich herzlich bei allen Spendern und bei den „Vivere“-Mitgliedern für ihren Einsatz. „Alle zusammen haben auch in diesem Jahr wieder den franziskanischen Geist – jeder auf seine Weise – in die Welt und ein Licht nach Aleppo gebracht.“
Katrin Räuber / 26.01.19