Franziskanische Einkehrtage in der Fastenzeit

Franziskanische Einkehrtage in der Fastenzeit im Adam von Trott Haus Imshausen vom 10. bis 16. März 2019

Imshausen 2019

Auch in diesem Jahr hatten franziskanisch Interessierte die Möglichkeit eine Woche ihre Spiritualität zu vertiefen. Es haben sich 10 Personen aus den verschiedenen vivere-Gruppen Deutschlands und Interessierte getroffen.

Imshausen 2019

Br. Johannes vom Hülfensberg und Br. Florian aus Fulda haben sich die Leitung der Einkehrtage geteilt. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit zum gemeinsamen Gebet, an täglichen Impulsen, an Schweigezeiten und am täglichen Gottesdienst teilzunehmen.

Bei den Impulsen hörten wir vom Leben und Wirken des hl. Franziskus, sowie den geistlichen Ideen dieses in den Alltag zu bringen. So machten wir auch die Erfahrung von Straßenexerzitien in Bad Hersfeld, die jeder der Teilnehmer in einer besonderen Form erleben durfte. Wir sind nach den Regeln des hl. Franziskus allein oder zu zweit gegangen. Später trafen wir uns in der Stadtkirche zum Bibelteilen wieder. Die Vielfalt der Gegenwart Gottes in unserem Alltag wurde uns ganz anders bewusst und jeder hatte seine Erfahrung in der kurzen Aussendungszeit.

Geistliche Einzelgespräche und der Austausch in den Gesprächsrunden waren für alle wichtige Punkte.

Imshausen 2019

Da einige ihre Musikinstrumente mit hatten, konnten die Gottesdienste sehr feierlich gestaltet werden. So brachte sich auch jeder nach seinen Fähigkeiten im täglichen Ablauf bei den erforderlichen Arbeiten ein. Es war ein sehr harmonisches und spirituelles Miteinander, ein Erlebnis, dass unseren Blick auf das kommende Osterfest und die Fastenzeit etwas vertiefen konnte.

Text: Karola Siegmund (Regionalgruppe Hülfensberg)

Vivere on Tour – in Wiedenbrück

Am 21. April 2018 war es wieder so weit. Etliche Klöster öffneten an diesem Tag ihre Pforten und boten Einblicke, die üblicherweise ausschließlich Ordensmitgliedern vorbehalten sind. So lud auch das Franziskanerkloster Wiedenbrück Interessierte ein, ein wenig ins Klosterleben einzutauchen.

Vortrag Wiedenbrück 2018 Vortrag Wiedenbrück 2018

Ein solches Angebot macht natürlich neugierig und so kam es, dass an diesem Tag eine Vielzahl von Menschen in den Klostergarten strömte. Teilweise wurden sogar große Anfahrtswege in Kauf genommen, hatte man so doch endlich einmal die Gelegenheit, ganz konkrete Fragen direkt von einem Franziskanerbruder beantwortet zu bekommen.

Vortrag Wiedenbrück 2018

Und das tat Bruder Korbinian, der Guardian des Klosters Wiedenbrück, unermüdlich. Er zeigte sein Kloster, erklärte die Historie, berichtete Wissenswertes aus dem Klosterleben: Das Publikum hing an seinen Lippen. Um den Gästen einen kurzweiligen Tag zu gestalten, hatte Bruder Korbinian ein interessantes und vielseitiges Programm ausgearbeitet. Kloster- und Sakristei-Führungen wurden hier ebenso angeboten wie auch Klangschalenmeditationen und QiGong-Mitmachaktionen im Garten.

In diesem Rahmen bot sich zudem die Gelegenheit, dem interessierten Publikum die Bewegung Vivere vorzustellen. Dies geschah in mehreren anregenden Vorträgen, die Dieter Bruns aus der Vivere-Regionalgruppe Ohrbeck zu verschiedenen Zeiten des Tages den Gästen präsentierte.

Neugier und Interesse waren groß und so ergaben sich im Anschluss regelmäßig spannende Diskussionen. Insbesondere das Interesse an der franziskanischen Spiritualität, aber auch der Austausch unter Gleichgesinnten war es, der die interessierten Menschen in den Bann zog. Adressen wurden ausgetauscht, um Einladungen für künftige Vivere-Treffen zu erhalten.

Für Vivere war dieser Tag, zu dem Bruder Korbinian einlud, ein wertvoller Tag.

Vortrag Wiedenbrück 2018

Beendet wurde er bei schönstem Wetter mit einem Freiluft-Gottesdienst im Garten. Auch hier war, wie schon während des ganzen Tages spürbar, der Geist des Herrn mit dabei.

07.05.2018 Andrea Bruns, Vivere Regionalgruppe Ohrbeck

Kurzbericht vom Begegnungstreffen im Franziskanerkloster Großkrotzenburg

Plakat

Vom 21.–23. April 2017 trafen sich 16 franziskanisch bewegte Menschen im Kloster Kreuzburg in Großkrotzenburg um Vivere kennenzulernen.

Die Teilnehmenden kamen überwiegend aus dem Rhein-Main-Gebiet und drum herum (zwischen Hamburg und Heidelberg). Wir wurden von den Brüdern herzlich im Kloster aufgenommen und aufs Beste versorgt.

Nach geistlicher und körperlicher Stärkung (Vesper und Abendessen) widmeten wir den Freitag Abend dem gegenseitigen Kennenlernen und den Fragen nach Motivation und Erwartungen für das Wochenende. Spannend war z.B. die Frage, welchem der vier im Sonnengesang beschriebenen Elementen (Wind, Wasser, Feuer, Erde) man sich charakterlich nahe fühlt. Der Abend endete mit einem fröhlichen Abschluss im „Pferdestall“.

Am Samstag wurde intensiv gearbeitet. Direkt nach Morgenlob und Frühstück ging es in Gruppen, die sich mit dem franziskanischen Leben in den drei Dimensionen Welterfahrung, Gottsuche und Gemeinschaftsleben befassten. Es wurden fleißig Poster mit den Kernpunkten erstellt, die im Plenum vorgestellt wurden, bevor man in die wohlverdiente Mittagspause ging. Da sich das Wetter etwas gebessert hatte, konnten wir einen Frühlingsspaziergang machen. Das Kloster liegt direkt am Wald.

Grosskrotzenburg Gruppenbild

Nach der Kaffeerunde mit leckeren Kuchen(Donauwellen – den Brüdern sei Dank!) wurden Informationen über Vivere angeboten: Wie ist Vivere entstanden? Was ist bisher geschehen? Die Ergebnisse des letzten überregionalen Jahrestreffens – Leitbild und Strukturskizze – wurden vorgestellt und erläutert. Danach gab es in Gruppen die Gelegenheit die Gedanken zum Leitbild zu vertiefen und mit den am Vormittag erarbeiteten Kernpunkten franziskanischer Spiritualität abzugleichen. Dabei wurden in den Gruppen ganz unterschiedliche Fragen diskutiert. Teils ging es mehr um die franziskanische Spiritualität, teils um Strukturfragen und die Verortung von Vivere im bunten Flickenteppich der franziskanischen Familie.

Mit rauchenden Köpfen gingen wir in die Vesper. Arbeit nach dem Abendessen war nicht mehr vorgesehen. Wir hatten genug Gesprächsstoff für den „Pferdestall“.
Am Sonntag wurde das Wochenende abgerundet mit einem Rückblick auf die Ergebnisse des Vortags, einer Auswertungsrunde und der Verabredung für ein weiteres Treffen, dass am 10. Juni im Meditationszentrum Heilig Kreuz in Frankfurt stattfinden wird.

Grosskrotzenburg Meditativ

Wir beendeten das Wochenende mit der gemeinsamen spirituellen Erfahrung eines Gottesdienstes mit Bibelteilen. Nach einem letzten guten Mittagessen verabschiedeten wir uns von den Brüdern und brachen auf – mit Bedauern, dass das schöne Wochenende schon vorbei war, und der Hoffnung, dass es nicht das letzte war.

Altenpflege auf Franziskanisch

Br. Johannes berichtet über seinen Besuch in der Pflegewohngemeinschaft von Heike Bringmann

Schon längst bevor sich Heike der franziskanischen Gemeinschaft Vivere anschloss, setzte sie franziskanische Ideen in Ihrem beruflichen Leben als Altenpflegerin um.
Nach langjähriger Erfahrung in der stationären und häuslichen Pflege, machte sie sich selbständig, um ihre eigenen Wertvorstellungen in der Pflege umsetzen zu können. Neben einem häuslichen Pflegedienst gründete sie noch zwei Pflegewohngemeinschaften. In den beiden Häusern leben 9 bzw. 10 Bewohner in ihren eigenen Zimmern. Ihr liegt es in diesen Einrichtungen am Herzen, die individuellen Bedürfnisse der älteren Menschen wahrzunehmen und darauf einzugehen. Aus ihrer Erfahrung heraus hat sie festgestellt, dass es außer der häuslichen Pflege und der Pflege im Heim noch eine weitere Alternative geben muss. So entstand die Idee, eine Altenwohngemeinschaft zu gründen. Ein ganz wichtiger Beweggrund zur Einrichtung der Gemeinschaften war auch, dass es den Menschen „aus dem Dorf“ so möglich ist, in ihrem Dorf zu bleiben. Die sozialen Verbindungen bleiben bestehen und jetzt kommt „das Dorf“ ins Haus.

Seniorenwohngemeinschaft

Die Begrenzung auf 10 Plätze schafft eine familienfreundliche Atmosphäre und lässt zu, dass sich auch die Bewohner mit ihren Fähigkeiten einbringen können. Küche und Aufenthaltsraum sind offen miteinander verbunden. Außer dass alle so im alltäglichen Geschehen nahe beieinander sind, kommen noch die wunderbaren, vertrauten Küchengerüche hinzu und wer möchte kann mitkochen, backen oder Ratschläge geben.
Großen Wert legt Heike auf die Schulung der MitarbeiterInnen. Wer bei Ihr angestellt wird, muss die individuelle Pflege wollen und das Leitbild des Hauses unterstützen. Die Betreuung rund um die Uhr wird durch Fach -und „Präsenzkräfte“ gewährleistet. Das Fachpersonal wird bei Bedarf durch Pflegekräfte aus dem ambulanten Pflegedienst verstärkt.

Mir zeigte der Besuch, dass es doch eine Alternative zu herkömmlichen Altenheimen gibt, und Franziskus an diesem familiären Miteinander seine Freude hätte. Im nächsten Jahr wollen wir mit der Vivere-Gemeinschaft dort einen Tag mit den Bewohnern gemeinsam gestalten.
Br. Johannes Küpper ofm, Franziskaner vom Hülfensberg

Weitere Informationen zur Wohngemeinschaft „Zum Linderfeld“: http://www.haus-zumlinderfeld.de/
Informationen zum ambulanten Pflegedienst von Heike Bringmann gibt es bei: www.pflege-zu-hause.org