Die Regionalgruppe Hülfensberg auf dem Franziskusweg in der Rhön am 23. April 2017

auf dem Weg

Auf dem Franziskusweg

Am Weißen Sonntag machte sich unsere Vivere-Gruppe auf zu einer kleinen Pilgertour entlang des Franziskuswegs, den das Bistum Würzburg in der Rhön gestaltet hatte.

Mit zwei vollbesetzten Kleinbussen brachen wir am Morgen zur zweistündigen Anfahrt auf. Unterwegs stimmten uns Lieder und Morgengebete auf den Tag ein.

Die Feier der heiligen Messe vor Ort in der offenen Kapelle am Beginn des Weges rief allen noch einmal in Gedächtnis, dass wir gerade in der Osterzeit aufgerufen sind, die frohmachende Kraft des Glaubens weiterzutragen. Das Tagesevangelium, die Bibelstelle, die von der Begegnung des „ungläubigen“ Thomas mit dem Auferstandenen erzählt, betrachteten wir dabei im gemeinsamen Schriftgespräch.

Nach einer kurzen Stärkung, zu der alle Essen und Getränke in Fülle beisteuerten, begannen wir – frohen Mutes trotz winterlicher Temperaturen - den 6 km langen Rundweg zu gehen.

Franziskuskapelle

An den einzelnen Stationen wurde halt gemacht und jeweils eine Strophe des Sonnengesangs des Hl. Franziskus in den Blick genommen. Gemeinsam sangen und beteten wir, dachten über die Unvollkommenheiten des Lebens, die Bedeutung von Gemeinschaft und den Grund unserer Begeisterung nach. „Ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel“ – diese Überschrift der letzten künstlerischen Darstellung auf dem Weg könnte dabei auch wie ein Motto über unserem Tag stehen:

Lobe den Herrn

In Gemeinschaft bei der Eucharistie, auf dem Weg, beim Beten und Gesprächen durften wir erfahren, dass das Leben mit Gott dem Glücklichsein die Türen öffnet.

Nachdem Kaffee und Windbeutel den Tag beschlossen hatten, brachen alle wieder in die Heimat auf, jeder in seinen Alltag, doch die Erfahrungen der Gemeinschaft hinterlässt wohl bei vielen noch ein Gefühl der Verbundenheit.

Text von Maria Braun

www.franziskusweg.de

Männernachtpilgerweg von Gründonnerstag zum Karfreitag

Den Alltag kreuzen –
Männernachtpilgerweg von Gründonnerstag zum Karfreitag

Zum siebten Mal findet in diesem Jahr der Männernachtpilgerweg von Eschwege zum Hülfensberg statt, zu dem Pfarrer Dr. Manfred Gerland vom Kloster Germerode und Thomas Hellwig aus Niederorschel alle interessierten Männer einladen. Treffpunkt ist um am Gründonnerstag, den 13. April um 17:00 Uhr im Franziskushaus Döringsdorf und beginnt mit einem Gottesdienst und der Agapefeier auf dem Hülfensberg. Im Anschluss erfolgt die Fahrt nach Eschwege und zum Ausgangspunkt.

Pilgern Assisi Rom

Der Pilgerweg führt in der Nacht zurück zum Hülfensberg (ca. 15 km). Von dort bringt ein Bus die Teilnehmer am Karfreitag, den 14. April um 7 Uhr wieder nach Eschwege zurück. Was die Teilnehmer auf diesem außergewöhnlichen Weg erwartet, beschreibt Pfr. Dr. Gerland aus der Erfahrungen der vergangenen Jahre folgendermaßen: Es ist Nacht. In die spärlich beleuchteten Marktkirche in Eschwege treten zögernd nach und nach Männer ein. Einige kennen sich. Sie sind unsicher. Etwa 30 Männer sind der Einladung zu einem Männernachtpilgerweg gefolgt. Es ist die Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag.

Der Weg steht unter dem Thema: „Den Alltag kreuzen“. In der Einladung heißt es, dass es um Themen geht, die Männer beschäftigen: Freundschaft und Verrat, Aggression und Hingabe, Macht und Ohnmacht, Schweiß und Blut etc. Die ersten nehmen in den hinteren Reihen Platz, neben sich einen Rucksack mit Verpflegung für die Nacht. Einige haben die Arme verschränkt, sie wirken unsicher. Keiner weiß so recht, was ihn erwartet. Der Leiter lädt ein zu einer Vorstellungsrunde, in der Erwartungen und Befürchtungen geäußert werden können.

„Wir sind jetzt Brüder für eine Nacht und wollen Jesus auf seinem Weg begleiten. Unser Ziel ist der ‚Gehülfe‘, ein 900 Jahre alter romanischer Kruxifixus am alten Wallfahrtsort ‚Hülfensberg‘, ca. 15 Kilometer von hier“ erläutert der Leiter diesen besonderen Pilgerweg. Die ersten Gesänge werden angestimmt: „Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet“. Beim anschließenden Abendmahl stehen alle im Kreis um den Altar. Alle sind eingeladen. Gegen Mitternacht bricht die Gruppe auf. Die Nacht ist sehr mild. Zunächst geht es durch die noch erleuchteten Straßen, schon bald hat die Gruppe die Stadt hinter sich gelassen. Voran geht das Kreuz mit einer Dornenkrone aus Stacheldraht. Jeder, der möchte, darf es einmal tragen. Langsam gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit. Taschenlampen werden nur bei schwierigen Wegabschnitten kurz angeknipst. Mittlerweile ist die Gruppe in Schwebda angelangt. Die Männer betreten schweigend die Kirche. Jeder entzündet eine mitgebrachte Kerze und stellt sie vor sich. Eine Zeit der Stille in der nur von Kerzen erleuchteten Kirche beginnt. Dann liest einer aus der Passionsgeschichte nach Lukas (22,24ff): „Es erhob sich auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen als der Größte gelten sollte. Jesus aber sprach zu ihnen: … Der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Diener … Ihr aber seid’s, die ihr ausgeharrt habt bei mir in meinen Anfechtungen …“. Die Worte klingen in der Stille nach. Mancher mag über Konkurrenz und Machtgehabe unter Männern nachgedacht haben. Es wird jetzt nicht darüber geredet. Bald schon verlässt die Gruppe wieder die Kirche und geht durch die Dunkelheit der Nacht.

Auf einer großen Wiese am Waldrand wird ein Feuer angezündet. Die Männer lassen sich nieder und stärken sich aus dem Rucksack. Auf Wurst und Fleisch wird in dieser Nacht bewusst verzichtet, auch Alkohol ist jetzt tabu - so stand es auf der Einladung alle folgen der Anweisung.

Nun wird die Geschichte von Jesus im Garten Gethsemane vorgelesen. Die Männer verteilen sich auf der Wiese, jeder hat eine Kerze vor sich und denkt über die Worte nach, versucht sie mit eigenen Erfahrungen zu verknüpfen. Manche kämpfen gegen Müdigkeit und Schlaf, andere sind hellwach. Nach zwanzig Minuten kommen wieder alle am Feuer zusammen. Es folgt ein fiktives Gespräch mit Petrus: „Du bist Petrus, sie wollen dir auch an den Kragen, was antwortest du auf die Anklage der Frau ‚dieser gehört auch zu Jesus‘? Plötzlich ist die 2000 Jahre alte Geschichte von Verrat und Verlassenheit ganz aktuell. Die meisten schauen schweigend ins Feuer und hängen ihren Gedanken nach. Andere beginnen zaghaft ein Gespräch zu zweit oder zu dritt.

Es folgt ein längerer Schweigeweg. Die Männer werden aufgefordert, eng beieinander zu bleiben, um die Schritte der anderen zu hören und die gemeinsame Energie zu spüren. Seltsam – im Gehen wird man nicht müde. Es wachsen einem Kräfte zu, mit denen man nicht gerechnet hat. Nach einiger Zeit überquert die Gruppe die ehemalige innerdeutsche Grenze. Wer mag kann bei diesem Ort Verbindungen zu Tod und Auferstehung Jesu knüpfen. Alles wird so sinnfällig und beginnt zu sprechen. Worte des Mystikers Bernhard von Clairvaux kommen in den Sinn: „Glaub mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden, als in den Büchern; Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.“ Die Männer, die aus Ost und West kommen, haben ganz unterschiedliche Erfahrungen mit dieser Grenze gemacht. Man erzählt sich die persönlichen Grenzgeschichten. Dann stimmt jemand spontan das Lied an: „Nun danket alle Gott“.

In der Dorfkirche „Zum guten Hirten“ in Großtöpfer kehren die Pilger ein. In dieser Nacht sind die offenen Kirche nicht nur Orte des Gottesdienstes und Gebetes, sondern wirkliche Gasthäuser, die uns beherbergen und ausruhen lassen. Es ist mittlerweile 4.00 Uhr morgens und viele sind leicht erschöpft und übermüdet. Die meisten haben jetzt seit fast 24 Stunden nicht geschlafen. Nun geht es steil hinauf zum Hülfensberg, wo der „Gehülfe“ auf die Pilger wartet. Ein Kreuzweg wird gebetet. In sieben Sattionen wird das Schicksal Jesu auf seinem Weg nach Golgatha mit Leidenssituationen von Männern heute verknüpft. Dazu kann jeder symbolisch einen Stein aufnehmen, den er dann beim „Gehülfen“ niederlegt. Bruder Johannes begrüßt die Pilger auf dem Berg und nach der letzten Station in der Kirche zu Füßen des „Gehülfen“ ruhen sich die Teilnehmer bei einer Tasse Kaffee im Pilgersaal ein wenig aus bevor sie dann den Berg wieder herabsteigen, wo ein Bus auf sie wartet, der sie zurück zum Ausgangsort Eschwege bringt.

Für Interessierte bietet Thomas Hellwig an, im Anschluss an die Nacht im Franziskushaus zu bleiben und sich Karfreitag und Karsamstag FREIRAUM vom Alltag zu nehmen. Die Gruppe nimmt an der Liurgie der Franziskanerbrüder teil, geht in die Natur und führt ein einfaches Leben. Der Wegbegleiter ist der Hl. Franziskus. Der Höhepunkt ist die Feier der Osternacht am Sonntag in den frühen Morgenstunden. Mit Frühstück um 8:00 Uhr endet eine besondere Zeit, die Kraft für den Alltag gibt.

Wer an diesem einzigartigen Pilgerweg teilnehmen möchte, möge sich bitte anmelden bei:

Manfred Gerland: manfred.gerland@ekkw.de / Tel: 05654-923888
oder
Thomas Hellwig: neue-muehle@gmx.de / Tel: 0151-70017010

Mitzubringen sind: Wetterfeste Kleidung, feste Schuhe, Rucksackverpflegung (keine Wurst), Getränke kein Alkohol), Kerze, Taschenlampe, Isomatte oder Sitzkissen, 7 € für Rücktransport mit dem Bus.

Wir gehen bei jedem Wetter

Pilgern auf den Spuren von Franziskus

3. Teil von Assisi bis nach Rom vom 10. bis 24. Juli 2017

Wer sich auf den Weg macht, bei dem kommt auch innerlich vieles in Bewegung…ein spannendes Abenteuer! Unsere Inspiration wird das Evangelium sein, wie bei Franziskus – in der atemberaubend schönen Landschaft, durch das Miteinander und durch das Leben ganz im Hier und Jetzt werden sich Dir Evangelienworte ganz neu öffnen.

Pilgern Assisi Rom

Unsere täglichen Pilgerstrecken sind zwischen 28 und 15 km lang.

Tageslauf: Früh gehen wir los, in der Morgenfrische und machen eine Siesta unterwegs während der Mittagshitze; unser Mittagessen nehmen wir in der Natur ein, ein „herrlicher Speiseraum“ wie Gott ihn geschaffen hat. Wir wollen täglich Eucharistie feiern, 1 Stunde im Schweigen gehen, Bibel Teilen, in kurzen Impulsen aus dem Leben des hl. Franziskus schöpfen, der diesen Weg mehrfach gegangen ist. Wir übernachten in einfachen Unterkünften, wo wir auch Abendbrot und Frühstück bekommen.

Seinen Leib nennt Franziskus Bruder Esel- wirst deine Eselin, deinen Esel neu wertschätzen, Sie/er trägt Dich – lade ihm nicht zu viel auf. Wir tragen unser Gepäck mit, schwerer als 8 – 10 kg sollte es nicht sein. Vielleicht sind die ersten 2 Tage mühsam, dann spürst Du wie das Gehen deiner Natur entspricht und deinen ganzen Körper erfrischt!

Beginn: Wir treffen uns am 10.7. um 20:00 vor der Franziskanerkirche Bozen. Bei den Brüdern dort dürfen wir in einer Turnhalle übernachten, uns Kennenlernen und Einstimmen. Am nächsten Morgen fahren wir mit Trenitalia nach Assisi. Dort verweilen wir 1 ½ Tage – lernen Franziskus kennen; suchen für seinen Glaubensweg prägende Orte auf. Franziskus ist gerade eben dort um die Biegung weitergezogen.. dieses Gefühl wirst du in den alten Gassen und Kirchplätzen immer wieder haben…alles strömt noch seine faszinierende Gegenwart aus.

Pilgern: Mit dem Zug fahren wir von Assisi bis Spoleto ( 13.7.) und starten dort unsern Pilgerweg bis nach Rom, das wir am Abend des 20. Juli zu erreichen hoffen. In Rom verweilen wir 3 Tage und erkunden es auf den Spuren von Franziskus.

Rückfahrt: Am Sonntag den 23.7. fahren wir gemeinsam von Rom bis Bozen; dort können wir wieder übernachten. Deine Rückfahrt von Bozen nachhause am 24.7. organisierst du dir selber, genau wie deine Hinfahrt.

Teilnahme: Ab 18 Jahren.

Kosten: 550 € pro Person. Anfahrt bis Bozen auf eigene Rechnung; ab Bozen alles im obigen Betrag enthalten. Ermäßigung auf Anfrage möglich. Wir bitten mit der Anmeldung eine Anzahlung von 100 € zu machen und den Restbetrag bis zum 1. Juli 2017 zu überweisen.

Kontodaten:
Deutsche Franziskanerprovinz – Hülfensberg
IBAN: DE 25 8205 7070 0220 0004 09
Kreissparkasse Eichsfeld
Kennwort: PilgernRom-Name: ...

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Weg  -  Pace e Bene

Br. Pascal und Br. Bernhard T